Die kurdische Presse zwischen 1975-1998

Ab dem 12. September 1980 begann auch für die kurdischen Medien die Zeit der Verbote, welche bis 1990 andauerte. Die in dieser Zeit entstandenen Zeitungen und Zeitschriften erschienen meist monatlich, wöchentlich oder 15tägig.

Die in den 1960ern begonnene Freiheit, fand am 12. März 1970 mit der Einmischung des Millitärs ein jähes Ende. Bei den Wahlen 1973 konnte die Zivilgesellschaft erneut eingeführt werden aber die kurdische Presse konnte sich erst ab 1975 erneut formieren.

Özgürlük Yolu (Der Weg der Freiheit): Fünf Jahre nach dem Mitlitärputsch (1970) war diese monatlich erscheinende Zeitschrift das erste kurdische Medium. Sie erschien zweisprachig (in türkischer und kurdischer Sprache), wurde in Istanbul gedruckt und konnte insgesamt 44 Ausgaben herausbringen. Zeitgleich mit dem Mitlitärputsch 1980 wurde sie geschlossen.

Rızgari (Der Befreiung): Diese Zeitschrift ist am 21. März 1976 erstmals zweisprachig erschienen. Der erste Schriftführer Mehmet Uzun und der erste Besitzer Ikram Delen sind als Hauptverantwortliche  zu nennen. Die kurdischen Artikel wurden von einem Sprachausschuss geschrieben, dessen erwähnenswerte Mitglieder z. B. der Sprachwissenschaftler Feqe Husen Sağnıç, Ibrahim Güçlü und Hatice Yaşar waren.

Roja Welat (Tag der Heimat): Der Besitzer Mustafa Aydın konnte diese Zeitschrift erstmals im Jahre 1977 veröffentlichen. Sie erschien 15tägig und kann als Fortführung der Zeitschrift “Özgürlük Yolu” gesehen werden. Wie ihre Vorgänger erschien sie in zweisprachigem Druck in Istanbul.

Kawa (Zeitschrift): Wurde 1978 als Medium der gleichnamigen Bewegung ins Leben gerufen. 1979 entstanden im Verein Streitigkeiten aufgrund der “3-Welten-Theorie”, als Folge spalteten sich deren Befürworter ab und gründeten die “Denge Kawa” Zeitschrift.

Tekoşin (Der Kampf): Diese Zeitschrift wurde 1978 von ehemaligen Mitgliedern der “Kurtuluş” (Der Befreiung) Bewegung, welche sich fortan unter dem Namen ”Tekoşin” vereinte, herausgegeben.

Tirej (Der Strahl): Im Jahr 1979 gegründete Mehemed Malmîsanij diese Zeitschrift. Natürlich hat er mit viele andere Sprachwissenschaftler, Schriftsteller und Wissenschaftler geschaft. Unglücklicherweise konntediese Zeitschrift nur drei Ausgaben veröffentlichen. Sie war wegen ihrer in modernem Zazaki geschriebenen Texte von Wichtigkeit.

Die mit dem Militärputsch (12. September 1980) begann die Zeit der Verbote

Ab dem 12. September 1980 begann auch für die kurdischen Medien die Zeit der Verbote, welche bis 1990 andauerte. Die in dieser Zeit entstandenen Zeitungen und Zeitschriften erschienen meist monatlich, wöchentlich oder 15tägig. 2006 konnte dann auch eine kurdische Tageszeitung erscheinen. Die in den Jahren 1990 bis 2006 veröffentlichten kurdischen Medien sind folgende:

Welat (Heimat) : Nach den 1990er Jahren stoßen wir erstmals auf die kurdische Zeitung Welat. Diese Wochenzeitschrift erschien erstmals am 22. Feber 1992. Sie konnte trotz zahlreicher Anzeigen und Gerichtsverfahren 115 Ausgaben drucken. Letztendlich musste sie jedoch aufgrund der zahlreichen Verfahren geschlossen werden.

Rewşen (Die Helligkeit): Erstmals am 1. Februar 1992 in Europa erschienen, danach wurde die Arbeit nach Istanbul verlagert. Diese Zeitschrift wurde vom mesopotamischen Kulturverein unterstützt und konnte eine beachtliche Zahl an jungen Schriftstellern und Schreibenden hervorbringen.

Jiyana Rewşen (Licht des Lebens): Als die vorab genannte Zeitschrift geschlossen wurde, gründeten die selben Aktivisten 1997 diese Nachfolgezeitschrift. Bis 2002 konnten 51 Ausgaben veröffentlicht werden.

Welatê Me (Meine Heimat): War ab 1992 die Folgezeitung von Welat (115 Ausgaben). Die neue Wochenzeitung erschien bis zur Schließung 1996, 46 mal in kurdischer Sprache.

Tewlo: Die erste humoristische Zeitschrift in kurdischer Sprache begann ihre Aktivität ab 1955 in Ankara und nannte sich Henek. Ihr folgte am 9. April 1992 Tewlo mit  Serhat Bucak als Besitzer und Xelîl Ziravav als Direktor. Teilweise erschien sie in Türkisch, unter den Zeichnern und Schreibern finden sich Namen wie Doğan Güzel, Mümin Durmaz, Seydoş Xirabxoş, Can Baytak, Selim Canhıraş, Burcu Durusu, Luis Garcia, Musa Anter und İsmail Beşikçi. Insgesamt konnten 13 Ausgaben bis zum jähen Ende am 2. Juli 1992 verteilt werden.

Nûbihar (Frühling): Das Nûbihar Verlagshaus brachte ab Oktober 1992 die entsprechend gleichnamige Zeitschrift heraus. Das Verlagshaus bestand bereits seit einiger Zeit, aber mit der dem Erscheinen der Zeitschrift rückten andere Projekte in den Hintergurnd.Nûbiharerschien zunächst monatlich und setzte dann ihre Tätigkeit quartalsmäßig weiter. Das religiös orientierte Medium widmet sich kulturellen, künstlerischen und literarischen Themen ausschließlich in kurdischer Sprache. Im Februar dieses Jahres konnte die 109. Ausgabe der meistverkauften kurdischen Zeitschrift veröffentlicht werden.

Roj (Sonne): Roj ist die Wochenzeitschrift, die am 10. Juni 1995 in Istanbul als gemeinsames Projekt vieler kurdischen Bewegungen entstand. Der Besitzer der türkisch-kurdisch erschienener Zeitung ist Mehmet Mutlu und der Chefredakteur Hüseyin Simsek. Yilmaz Odabasi übernahm die Verantwortung für den Kunst- und Kulturressort. Diese Zeitschrift, deren Layout und Grafik an die franzözische Zeitung “Le Monde” ähnelt, wurde nach der 26. Ausgabe verboten.

Pîne: Nach Henek und Tewlo beschritt nun Pîneim Jahr 1999 das Parkett der humoristischen Medien. Konfrontiert mit ständigen Verboten von seiten der Regierung wechselte sie oftmals ihren Namen. Einige seien hier nun genannt: The Pîne, Post Pîne, Sator, Maxîmum Sator. In den kurdischen Gebieten wurde sie ständig verhindert. Einige der ehemaligen Kolumnisten mussten ihre Tätigkeit mit dem Tod bezahlen, sodass anderen als letzter Ausweg die Migration ins Ausland blieb.

(Ende)

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